Geschichte hautnah: Besuch der NS-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof

Besonders eindrücklichen Geschichtsunterricht erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10f sowie der histoire-Kurse der MSS 11 und 12 bei einer Exkursion in das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass.

Das Lager, eröffnet im Mai 1941 im von Nazi-Deutschland annektierten Teil Frankreichs, war das einzige vollständig von Deutschen kontrollierte Konzentrationslager auf französischem Boden. Bis 1944 waren hier insgesamt etwa 52.000 Menschen interniert, überwiegend Zwangsarbeiter aus einem nahegelegenen Steinbruch. Natzweiler-Struthof ist auch berüchtigt für die grausamen medizinischen Experimente, die an den Häftlingen durchgeführt wurden und meist tödlich endeten.

Die Schülerinnen und Schüler hatten die Gelegenheit, die bedrückenden Zeugnisse der Gräueltaten zu sehen: Baracken, Stockbetten, Experimentiertische, Prügelbock, Galgen und Verbrennungsofen. Diese Exkursion war ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen und unterstrich die Bedeutung, die Geschichte lebendig zu halten, um aus ihr zu lernen.

Durch den Besuch der Gedenkstätte wurde den Jugendlichen eindringlich vor Augen geführt, welche Schrecken die Vergangenheit birgt und wie wichtig es ist, sich für Frieden und Toleranz einzusetzen. Geschichtslehrerin Anne Cartier betonte die Relevanz solcher Exkursionen für die Demokratieerziehung und das Bewusstsein für die europäische Geschichte.

Olivia Danielsen und Svenja Rommelfangen, 10f

Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof am 10 Juni 2025 war sehr informativ und eindrucksvoll.

Nach 3 Stunden Busfahrt angekommen, haben wir uns zunächst in einer Pause gestärkt. Dann ging es in das Museum, wo uns besonders der von den Häftlingen gebaute Keller beeindruckt hat. Danach ging es in das eigentliche Lager weiter. In den Baracken wird anhand vont zahlreichen Informationen der Lageralltag dargestellt.

Auch am Verbrennungsofen sind wir bei unserem Gang durch das Lager vorbeigekommen. Es war ganz abschreckend, so etwas zu sehen und wir konnten kaum glauben, dass so etwas Grausames wirklich passiert ist. Die vielen dort ausgestellten Bilder und Texte, welche meist auf Französisch waren, machten alles sehr anschaulich.

Zusammenfassend war die Exkursion nach Natzweiler also nicht nur sehr informativ, sondern auch erschreckend, weil er einem die Grausamkeit der NS-Zeit sehr nahegebracht hat.

Luisa Hein, 10f

Mardi, 10 juin, une bonne quarantaine d’élèves des niveaux 10, 11 et 12 ont fait une excursion à l’ancien camp de travail forcé de Natzweiler-Struthof en Alsace.

Le groupe est parti de Saarburg à huit heures pour arriver trois heures plus tard sur le site de l’ancien camp. Sur place, nous avons d’abord visité une exposition sur tous les camps de concentration installés par le régime nazi. C’était déjà une expérience très impressionnante car on voyait aussi la cave du bâtiment qui a été construite par les travailleurs du camp, « la cave des pommes de terre ».

A midi, notre groupe a franchi les portes du camp et nous nous sommes retrouvés enfermés dans un endroit gris et entouré par une clôture ne présentant aucune chance de s’enfuir.

Lors du tour de la zone, les objets les plus marquants étaient la potence localisée au centre du camp ainsi que le four crématoire d’origine, utilisé pour brûler les corps des prisonniers.

Toutes les baraques qui existaient á l’époque ne sont plus conservées. Par contre, celles qui restent sont très impressionnantes et utilisées pour les renseignements sur les conditions de vie et de travail des détenus.

A nos yeux, cette expérience nous a énormément aidé à visualiser les crimes nazis et à contribuer á ce qu’ils ne soient pas oubliés.

Gedenken in Nennig: Schülerprojekt erinnert an NS-Opfer

Auf dem Friedhof in Nennig fand am 17.05.2025 eine bewegende Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen statt, zu der die Gemeinde Perl, der Verein NS Familien-Geschichte e. V. aus Göttingen, der Verein Les Enfants de Joudresvilles und das Gymnasium Saarburg eingeladen hatten. Anlass war die Ermordung von acht Männern aus Frankreich und Luxemburg durch die Gestapo im September 1944 – ein grausames Kapitel der regionalen Geschichte.

Schülerinnen und Schüler unserer Schule engagierten sich im Rahmen eines Geschichtsprojekts intensiv mit den Einzelschicksalen der Opfer. Unter Anleitung ihres Lehrers Björn Juchem erarbeiteten sie Unterrichtsmaterialien, sichteten Archivakten und bereiteten eine öffentliche Dokumentation auf. Selbst in den Sommerferien widmeten sie sich der Recherche, führten Interviews – soweit möglich – und planten die Enthüllung einer neuen Gedenktafel, die mit Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Trier realisiert wurde. Weitere Schülerinnen und Schüler sorgten mit ihrer Lehrerin Erdmute Röder für die musikalische Untermalung der Gedenkreden, andere übersetzten Reden in die französische Sprache. Ein kleiner Chor sang den „Chant des Partisans“, das vielleicht bekannteste Lied der Widerstandskämpfer der Résistance. Einzelne Schülerinnen und Schüler trugen Biografien der Opfer vor.

Unser Schulleiter Andreas Schreiner betonte in seiner Rede, die er in deutscher und französischer Sprache hielt, die Bedeutung des Projekts für die Demokratieerziehung: „Es ist inspirierend zu sehen, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen und sich aktiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Das Projekt trägt dazu bei, das Gedächtnis an die Opfer lebendig zu halten und Werte wie Toleranz, Respekt und Freiheit zu stärken.“ Der Frieden in Europa sei keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis harter Arbeit und gelebter Solidarität.

Die Veranstaltung erinnerte nicht nur an das Leid der Vergangenheit, sondern war zugleich ein Aufruf an die junge Generation, sich gegen Hass und Intoleranz zu stellen und die demokratischen Werte der Europäischen Union zu verteidigen.

Die Gedenktafel, die im Anschluss an die Reden enthüllt wurde, ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Erinnerung lebendig gehalten werden muss – als Mahnung und als Auftrag für die Zukunft.

Zeitzeugengespräch – eine besondere Geschichtsstunde

Am 29.11.2024 berichtete in der Klasse 10f eine Zeitzeugin zum Thema „Leben in und Flucht aus der DDR“. Bei der Zeitzeugin handelte es sich um die Mutter einer Schülerin, die sich im Rahmen der Unterrichtsreihe „Kalter Krieg“ zur Berichterstattung angeboten hatte.
Die Zeitzeugin verbrachte ihre Kindheit in der damaligen DDR und hat so facettenreiche Eindrücke hinsichtlich der Lebensbedingungen schildern können.
Im Anschluss an den Vortrag stellten die Schülerinnen und Schüler eigene Fragen und es ergab sich ein spannendes Gespräch, das noch tieferen Einblick in die damaligen Verhältnisse bot.
Die Klasse 10f bedankt sich sehr für die erkenntnisreiche Stunde!

(Helene Rinneberg, 10f)

Nie wieder, aber für immer

Unsere Schülerin Helene Rinneberg aus der Klasse 9f schildert ihre Impressionen aus dem Geschichtsunterricht zum 2. Weltkrieg eindrücklich in diesem Gedicht:

Nie wieder, aber für immer

Mittwoch, 6. Stunde
Der Raum ist dunkel,
Die Gemüter erschöpft,
Erdrosselnde Stille.
Das Laufwerk rauscht.
Der Beamer blinkt.

Menschen kreuzen das Bild.
Viele Menschen. Jung und Alt.
Mann, Frau, Kind. Egal. Unmengen davon.
Werden aus Wagons getrieben wie Rindvieh.
All ihre Gesichter zeichnet eine Gemeinsamkeit
Die Angst.
Die Angst vor dem Ungewissn‘ und Grausamkeit

Unendliche Leben für unendlich immer tief geprägt
wie die Goldstücke
wofür gerade ihr Hab und Gut unfrei
Versteigert würde.

Gelbe Sterne, rote Banderolen,
schwarze Bandagen, blaue Dreiecke
Zeichen für friedlichen Glauben, Liebe
Vor allem aber, Widerstand. Das Todesurteil.

Vulnerabel. Kahl. Entwürdigt.
Nummeriert.Ausgehungert. Geschlagen.
Erschossen. Vergast. Verbrannt.
Tot.

So grausam, so menschenverachtend.
Unverständlich.
Das Manifest eines Menschenhassers
So waren diese 2340 Sekunden.
Heute doch undenkbar, dachten wir.
Dachten wir.
Geschichte wiederholt sich, oder nicht

Nie wieder ist jetzt, ist morgen, ist nächste Woche.
Aber Auch bei der nächsten Wahl?
Lernen, erleben, verstehen
Gemeinsam gegen das Vergessen.

Gegen das Vergessen: „Erinnerungen auffrischen“

Junge Schülerinnen und Schüler gedenken NS-Opfern

Vor knapp 10 Jahren verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig im Rahmen seines 1992 begonnenen Projektes eines dezentralen Denkmales für vertriebene, verfolgte und ermordete Opfer des NS-Regimes auch in Saarburg 32 „Stolpersteine“.

Wie alles, was man täglich sieht und an das man sich längst gewöhnt hat, fallen diese in den Alltag integrierten kleinen Mahnmale kaum noch auf – kaum jemand „stolpert“ noch darüber. Damit nicht auch die Erinnerung an die von dort Vertriebenen ganz verblasst, entschlossen sich zwölf Schülerinnen und Schüler eines Grundkurses der Bildenden Kunst der 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Saarburg mit ihrem Lehrer Christoph Hildebrand, beide wieder ins Bewusstsein zurück zu holen. Dies geschah ganz bewusst wenige Tage vor dem 27. Januar, dem Datum der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 78 Jahren.

Ebenfalls ganz gezielt wurden zum Putzen genau die gleichen – eigentlich vollkommen ungeeigneten – Mittel aufgegriffen, mit denen damals jüdische Geschäftsinhaber von Vertretern des NS-Regimes gedemütigt wurden, indem sie gezwungen wurden, den Gehsteig vor ihren Anwesen mit einer Zahnbürste zu schrubben.

Mit dieser Aktion wurde den mittlerweile oxidierten und dunkelbraun gewordenen, sich an die Umgebung des Pflasters farblich angeglichenen Messingplatten neuer Glanz und ihnen damit wieder eine größere Präsenz im Stadtraum verliehen. Somit wird die Erinnerung an die seinerzeit dort wohnenden jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, deren Namen in die Metallplatten vor ihren ehemaligen Wohnstätten eingeschlagen sind, aufgefrischt.

Den betroffenen Anwohnern wurde ihre Individualität und Würde zurückgegeben, indem während der nun vorgenommenen Reinigung der Gedenksteine ihre Biografien verlesen und im Anschluss insgesamt sieben Rosen – jeweils eine je Verlegeort – auf den Gedenkplatten, mitten auf dem öffentlichen Fußweg, abgelegt wurden.