Zeitzeugen im Klassenzimmer – Geschichtskurse beleuchten französische Garnison in Saarburg

Eine besondere Geschichtsstunde erlebten die deutsch- und französischsprachigen Grundkurse Geschichte der MSS 12: In Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Saarburg wurde im Unterricht zunächst der Film „Die Geschichte der Kaserne De Lattre de Tassigny“ gezeigt. Anschließend berichtete Bernard Bedrossian von dem Leben als französischer Soldat in Saarburg. Da er nach seinem Wehr-dienst als Filmvorführer im französischen Kino in Beurig sowie immer wieder als DJ bei Partys und Bällen auf dem Kasernengelände tätig war, konnte er sehr anschaulich den Alltag der französischen Militärangehörigen in Saarburg schildern. Besatzungssoldaten wurden zu Nachbarn, Freunden und manchmal sogar Ehepartnern. Obwohl eine „Stadt für sich“, eine „verschlossene Welt“, bot die Kaserne auch Saarburgern Arbeitsplätze. Das französische Kino stand allen interessierten Besuchern offen. Nach anfänglicher Reserviertheit nahm die Saarburger Bevölkerung die französischen Militärangehörigen als Teil ihrer Stadt an und empfand deren Abzug im Jahr 2010 schließlich als Verlust.

Mit Anschauungsmaterial wie alten Filmrollen, Fotos und zahlreichen Anekdoten schlug Bedrossian den Bogen von der alliierten Besatzungspolitik nach dem 2. Welt-krieg zu dem Alltag der Saarburger – ein sehr interessanter, für alle bereichernder Blickwinkel.

Einige Schülerinnen und Schüler brachten Berichte ihrer Eltern und Großeltern zum Zusammenleben mit den französischen Soldatinnen und Soldaten ein – ein Beitrag, den Marie Boos, Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Saarburg, und ihr Ehemann Bernhardt Boos ausdrücklich begrüßten. Die Gesellschaft hat sich der Aufarbeitung der Geschichte der ehemaligen französischen Kaserne in Saarburg verschrieben und beleuchtet dieses besondere Kapitel der deutsch-französischen Beziehungen. Sie bedankt sich für jede übermittelte Erinnerung und freut sich über weitere Zuschriften.

(ca)

Schülerinnen und Schüler glänzen beim 10. Saarburger Stadtlauf

Strahlender Sonnenschein und beste Laune begleiteten den 10. Saarburger Stadtlauf, bei dem auch ein 13-köpfiges Team des Gymnasiums Saarburg an den Start ging. Pünktlich zum Beginn der Sommerferien zeigten die Schülerinnen und Schüler beeindruckenden Ehrgeiz und Teamgeist.

In den Wettbewerben über 1,8 km und 5,3 km erzielten die Läuferinnen und Läufer des Gymnasiums herausragende Leistungen. Ihre Anstrengungen führten schließlich zu einem großartigen Erfolg: Jason Kemmer aus der Klasse 9f, der in der Gesamtwertung den vierten Platz erreichte, nahm stolz den Pokal für das Gymnasium Saarburg für einen hervorragenden zweiten Platz in der Teamwertung mit Jonas Altenhofen und Nelson Menet entgegen.

Dieser sportliche Erfolg wurde von der begleitenden Lehrkraft Kerstin Wallrich besonders gewürdigt. Sie gratulierte den Schülerinnen und Schülern herzlich zu ihrem Einsatz und den erzielten Leistungen.

Gegen das Vergessen: „Erinnerungen auffrischen“

Junge Schülerinnen und Schüler gedenken NS-Opfern

Vor knapp 10 Jahren verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig im Rahmen seines 1992 begonnenen Projektes eines dezentralen Denkmales für vertriebene, verfolgte und ermordete Opfer des NS-Regimes auch in Saarburg 32 „Stolpersteine“.

Wie alles, was man täglich sieht und an das man sich längst gewöhnt hat, fallen diese in den Alltag integrierten kleinen Mahnmale kaum noch auf – kaum jemand „stolpert“ noch darüber. Damit nicht auch die Erinnerung an die von dort Vertriebenen ganz verblasst, entschlossen sich zwölf Schülerinnen und Schüler eines Grundkurses der Bildenden Kunst der 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Saarburg mit ihrem Lehrer Christoph Hildebrand, beide wieder ins Bewusstsein zurück zu holen. Dies geschah ganz bewusst wenige Tage vor dem 27. Januar, dem Datum der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 78 Jahren.

Ebenfalls ganz gezielt wurden zum Putzen genau die gleichen – eigentlich vollkommen ungeeigneten – Mittel aufgegriffen, mit denen damals jüdische Geschäftsinhaber von Vertretern des NS-Regimes gedemütigt wurden, indem sie gezwungen wurden, den Gehsteig vor ihren Anwesen mit einer Zahnbürste zu schrubben.

Mit dieser Aktion wurde den mittlerweile oxidierten und dunkelbraun gewordenen, sich an die Umgebung des Pflasters farblich angeglichenen Messingplatten neuer Glanz und ihnen damit wieder eine größere Präsenz im Stadtraum verliehen. Somit wird die Erinnerung an die seinerzeit dort wohnenden jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, deren Namen in die Metallplatten vor ihren ehemaligen Wohnstätten eingeschlagen sind, aufgefrischt.

Den betroffenen Anwohnern wurde ihre Individualität und Würde zurückgegeben, indem während der nun vorgenommenen Reinigung der Gedenksteine ihre Biografien verlesen und im Anschluss insgesamt sieben Rosen – jeweils eine je Verlegeort – auf den Gedenkplatten, mitten auf dem öffentlichen Fußweg, abgelegt wurden.

Pflege AG

Am Dienstag, dem 15.11.2022, konnten interessierte Schüler der Jahrgangsstufen 9, 10 und 11 eine Informationsveranstaltung zur AG Pflege besuchen, die von zwei Praxisanleiterinnen des Kreiskrankenhauses Saarburg durchgeführt wurde.

In diesem Projekt vernetzen sich allgemeinbildende Schulen aus Saarburg mit Einrichtungen der Pflege, wobei unsere Schule mit dem Kreiskrankenhaus, der Geschwister-Scholl-Schule, der Realschule plus Saarburg, dem Seniorenzentrum St. Franziskus wie auch mit dem Pflegeheim Haus Burgblick in Saarburg zusammenarbeitet. Weitere Projektpartner sind der DRK Kreisverband Trier-Saarburg e.V., der Caritas Kreisverband Trier e.V. und die Universität Trier, die einen Einblick in die Pflegestudiengänge anbietet.

In der AG werden die Schülerinnen und Schüler einen authentischen Einblick in die Pflegeberufe bekommen und werden dabei theoretische wie auch praktische Kurseinheiten erhalten. Dazu gehören eine Führung durch das Kreiskrankenhaus und Seniorenheim Saarburg, Übungen an Demonstrationspuppen sowie die Zusammenarbeit mit Demenzkräften. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhalten abschließend ein Zertifikat.

Die externe AG begann am 23.11.2022 und findet 14-tätig mittwochs von 13.30 Uhr bis 15 Uhr in verschiedenen regionalen Einrichtungen der Projektpartner statt.