Mein Jobshadowing in Schweden

Gemeinsam mit neun anderen Lehrerinnen aus Rheinland-Pfalz hatte ich Anfang März die Gelegenheit mit Erasmus+ das schwedische Schulsystem kennenzulernen und in den Schulalltag in Sollentuna, einem Vorort von Stockholm, in den Schulalltag einzutauchen.

Astrid, die Schulhündin

Das schwedische Schulsystem unterscheidet sich wesentlich vom deutschen: Die Schülerinnen und Schüler lernen deutlich länger gemeinsam und weniger leistungsorientiert – die Grundschule dauert neun Jahre, und bis zur 6. Klasse gibt es keine Noten. Vergleiche sind kulturell verpönt – ein ungeschriebener Verhaltenskodex betont in Skandinavien Bescheidenheit, Gleichheit und soziale Kontrolle (Gesetz von Jante). Tatsächlich wirkten die Kolleginnen und Kollegen und die Schülerschaft dort auf mich deutlich entspannter, wenngleich uns auch von Übertrittsstress in Klasse 9 berichtet wurde – dann stehen zentrale Prüfungen in Schwedisch, Englisch, Mathe, den Gesellschafts- und Naturwissenschaften an.

Der schwedische Staat investiert deutlich mehr Geld in Bildung als der deutsche (öffentliche Gesamtausgaben für Bildung: 7,1 vs. 4,5% des BIP), und das konnte man sehen: Die Schule in Sollentuna befand sich zwar in einem alten Gebäude, war aber dennoch mit Rampen und Aufzügen barrierefrei erreichbar. Schülerinnen und Schüler in Schweden bekommen zudem alle Materialien, die sie für die Schule benötigen, kostenlos gestellt – vom Stift über das Heft bis zu einem eigenen Computer. Auch das Mittagessen ist für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte kostenlos – und lecker.

Viele Abläufe in der Schule waren zunächst sehr ungewohnt: Es gab keinen Gong und auch keine gemeinsame Hofpause für alle. Wie in Schweden üblich, wurden die Lehrkräfte geduzt (das ist auch in der Arbeitswelt normal, die Hierarchien sind flacher). Die Dauer der einzelnen Stunden variierte erheblich. Die Unterrichtsstunden begannen also erstmal damit, dass die Lehrkräfte an der Tafel notierten, ob jetzt z.B. 40 oder 70 min Unterricht anstehen.

Die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte verbringen viel Zeit in der Schule (Ganztagsschule; für Lehrkräfte 35 Std. Anwesenheitspflicht vor Ort). Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler (aus deutscher Sicht) viele Freiheiten: So durften die 7.-9. Klassen die Pausen im Schulgebäude verbringen (es gab viele Bänke und andere Sitzgelegenheiten in den Fluren und Treppenhäusern) und den Unterricht ohne nachzufragen für einen Toilettengang verlassen.

Stundenplan einer 4. Klasse

In der Grundschule gibt es eine bemerkenswert große Fächervielfalt – Nähen, Werken, Kochen und ökonomische Bildung spielen genauso eine Rolle wie z.B. Sprachen, Gesellschafts- und Naturwissenschaften. Konfessionellen Religionsunterricht gibt es hingegen nicht.

Schweden ist wie Deutschland seit Jahrzehnten Einwanderungsland. Das Schulsystem hat sich darauf auch eingestellt: In der besuchten Schule erhalten 10% der Schülerinnen und Schüler Unterricht im Fach Schwedisch als Zweitsprache. Zudem gibt es in Sollentuna – einer Stadt mit 75.000 Einwohnern – herkunftssprachlichen Unterricht in 60 (!) verschiedenen Sprachen (z.B. Arabisch, Tigrinya, Türkisch, Kurdisch).

„Frühling“ in Stockholm

In Saarburg haben wir seit Kurzem eine Schulsozialarbeiterin. In Schweden ist multiprofessionelles Arbeiten seit langem der Standard: In der Schule gibt es auch eine Schulkrankenschwester, SozialarbeiterInnen und PsychologInnen, Förderlehrkräfte, eine Berufsberaterin, eine Bibliothekarin für die Schulbibliothek, Küchenpersonal etc. Die Kommune Sollentuna hat seit 20 Jahren auch in allen Schulen ein verpflichtendes Programm gegen Mobbing etabliert (Olweus) und bietet eine Naturskolan an. An einzelnen Tagen können Klassen dort angeleitete Erfahrungen in der Natur machen – wichtig in einem Land, in dem viel Freizeit zu allen Jahreszeiten draußen verbracht wird. Für Achtklässler kann man z.B. einen Workshop buchen, bei dem man lernt, was zu tun ist, wenn man im Winter in einen gefrorenen See einbricht.

Während in 16 deutschen Bundesländer unterschiedliche Schulformen, Lehrpläne und Schulbücher existieren, erleichtert ein zentrales System wie in Schweden die Konzeption von einheitlichen Lehrmaterialien und Prüfungen. Schülerinnen und Schüler haben oft die Wahl, ob sie eine Prüfung mit Stift und Papier erledigen möchten oder diese digital einreichen.

Hinsichtlich der Digitalisierung suchen beide Länder noch nach dem richtigen Weg: In Schweden wurde in den letzten Jahren sehr viel Geld in Digitalisierung investiert – mit all seinen Schattenseiten: die Feinmotorik und Konzentration ist schlechter geworden, es wird kaum noch Schreibschrift beherrscht und die Schülerinnen und Schüler verbringen sehr viel Zeit vor Bildschirmen. In Zukunft sollen in Schweden gedruckte Schulbücher wieder stärker zum Einsatz kommen und in den Grundschulen wird es ab dem kommenden Schuljahr ein Handyverbot geben.

Wer neue Impulse für die Schule oder den Unterricht sucht, oder einmal erleben möchte, wie Schule ganz anders sein kann, dem sei der Austausch mit Erasmus+ wärmstens empfohlen.

(As)

Abibac-Lernbegegnung stärkt deutsch-französische Verständigung

Einen Gast aufnehmen wie bei einem klassischen Schüleraustausch und sich zudem in Projektarbeit intensiv mit den deutsch-französischen Beziehungen auseinandersetzen: Das ist Inhalt der Lernbegegnungen im Abibac-Zweig des Gymnasiums Saarburg.

Eine Woche lang empfingen die Schülerinnen und Schüler des Abibac-Leistungskurses Französisch ihre Gäste vom Lycée Monge in Charleville-Mézières und arbeiteten gemeinsam zum Thema „Vom Krieg zum Frieden“.

Im Mittelpunkt stand der Besuch zentraler Gedenkorte in und um Verdun. Die Vorbereitung im Unterricht ermöglichte den Jugendlichen, die Dimensionen von Leid, Tod und Zerstörung einzuordnen. Im zweiten Teil der Projektarbeit wandten sich die Jugendlichen dann der Frage der Friedenssicherung zu.

Die Begegnung zeigte, wie solide Facharbeit und persönliche Begegnung einander stärken und unterstreicht den Anspruch des Gymnasiums Saarburg, junge Menschen zu verantwortungsbewusstem, europäisch ausgerichtetem Handeln zu befähigen.

Um „Frieden“ wird es auch beim Rückbesuch in Charleville-Mézières im März gehen, wo im benachbarten Reims die Spuren Adenauers und De Gaulles aufgenommen werden sollen.

Erasmus+ Fortbildung in Kroatien: Nachhaltigkeit erleben – Achtsamkeit weitergeben

Im Juli durfte ich an einer Erasmus+-Fortbildung in Split an der Küste Kroatiens teilnehmen. Der Kurs „Building Teacher’s Resilience in a Sustainable World“ bot eine vielseitige Mischung aus interkultureller Bildung, Nachhaltigkeit, Outdoor-Erfahrungen, Achtsamkeit und Meditation. Ziel war es, Lehrkräfte zu stärken, den Blick für ökologische Zusammenhänge zu schärfen und Impulse für einen nachhaltigeren und bewussteren Schulalltag zu geben.

Extreme Hitzeperioden und Waldbrände sind in Kroatien längst keine Seltenheit mehr. Besonders eindrücklich – und mit direkten Auswirkungen auf den Kurs – war jedoch die Schließung des Naherholungsgebiets Marjan-Park: Nur eine Woche zuvor hatte ein Tornado binnen Minuten große Teile des Waldes zerstört. Diese Extremwetterlage verdeutlichte eindrucksvoll die immer häufiger auftretenden, instabilen Wetterbedingungen infolge des Klimawandels – ein bedrückendes, aber zugleich motivierendes Beispiel für die Dringlichkeit nachhaltigen Handelns.

Neben Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen standen auch Resilienz, Achtsamkeit und Meditation im Mittelpunkt des Kurses. Wir übten Atemtechniken, geführte Meditationen und kleine Achtsamkeitsübungen für den Schulalltag – kurze „mentale Pausen“, die Stress reduzieren und die Konzentration fördern können.

In Kroatien gehört dazu auch eine besondere Lebenshaltung: „Pomalo“ – sinngemäß „immer mit der Ruhe“. Es ist mehr als nur ein Wort, es ist eine Einladung, das Leben gelassen, ohne Hektik und mit Freude an kleinen Momenten zu gestalten.

Diese Impulse möchte ich im neuen Schuljahr im Rahmen einer „AG Achtsamkeit“ an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 weitergeben. Gemeinsam wollen wir lernen, wie man mit Herausforderungen gelassener umgeht, bewusster lebt und die eigene Resilienz stärkt – immer mit einem Blick auf das große Ganze: unsere Umwelt, unsere Gemeinschaft und uns selbst.

Wer Interesse an der AG hat oder mehr erfahren möchte, schreibt mir gerne eine E-Mail.

(bl)

Demokratie stärken – AbiBac-Austausch mit Charleville-Mézières

Nach dem Besuch unserer Partnerschule in Charleville-Mézières im vergangenen November fand in der vergangenen Woche nun der Rückbesuch der französischen Austauschschülerinnen und -schüler in Saarburg statt. Am Morgen der Ankunft zeigten wir der Gruppe aus Frankreich zunächst unsere Schule, bevor wir uns dann dem weiteren Programm der Woche widmeten. Wie auch schon bei unserem Besuch in Frankreich stand die Woche unter dem wichtigen Motto „Demokratie stärken“ bzw. „Renforcer la démocratie“. Nachdem wir uns in Charleville bereits mit Asylanträgen und dem Thema Frontex / Seenotrettung beschäftigt hatten, ging es hier an unserer Schule weiter mit der Erstellung eines Podcasts. Dafür haben wir im Laufe der Woche weitere Materialien gesammelt und Passanten zum Thema „Demokratie“ befragt. Den ersten Tag beendeten wir alle zusammen in einem griechischen Restaurant.

Am Dienstag fuhren wir nach morgendlicher Projektarbeit gemeinsam nach Trier und bekamen eine interessante Führung durch das Karl-Marx-Haus. Der restliche Tag stand uns zur freien Verfügung. Mittwochs stand ein aufregender Tagesausflug nach Luxemburg auf dem Programm. Zuerst fuhren wir zum Europäischen Parlament und besichtigten die Ausstellung „Erlebnis Europa“. Unserer Einschätzung nach war dies eine gewinnbringende Erfahrung mit großem Lerneffekt im Hinblick auf die kommenden Monate. In einem 360° Kino konnte man sich einen guten Überblick über die Aufgaben der EU verschaffen, bevor es dann darum ging, ein Quiz in Kleingruppen zu lösen. Einigen Schülern und Schülerinnen zufolge war die Ausstellung im EU-Parlament einzigartig und empfehlenswert. Nachmittags wurden wir in zwei Gruppen durch die Bock-Kasematten, das unterirdische Verteidigungssystem der Stadt, geführt.

Am vorletzten Tag stellten wir den Podcast zum Thema „Demokratie stärken“, der unter diesem Artikel abgerufen werden kann, fertig und starteten eine Liveübertragung im Radio. Das war eine ganz besondere und aufregende Erfahrung! Anschließend fuhren wir nach Trier und schauten uns im Broadway Filmtheater den Film „Les héritiers“ an. Den letzten Abend ließen wir dann alle gemeinsam gemütlich in einer Pizzeria ausklingen, denn am Freitag stand für die französischen Austauschpartner und -partnerinnen schon die Heimfahrt an.

Rückblickend war es eine tolle Woche mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen. Wir haben alle viel gelernt und bedanken uns bei Frau Wallrich und Frau Cartier für ihr Engagement, die Planung des tollen Programms und ihre Hilfe, die sie (fast) rund um die Uhr gewährleisteten.

Johanna Scholer, Emma Menzel, MSS12

AbiBac-Austausch mit Charleville-Mézières 2024

Vom 12. bis 15. November 2024 fand der diesjährige Besuch des 12er-AbiBac-Kurses und weiterer interessierter Französischschülerinnen und -schüler in Charleville-Mézières statt, begleitet von Frau Wallrich und Frau Cartier. Der Aufenthalt in Frankreich wurde im Rahmen des alljährlichen Austausches veranstaltet, bei dem eine gemeinsame Projektarbeit zu dem Thema „Demokratie stärken“ im Mittelpunkt stand. Der Rückbesuch der französischen Schülerinnen und Schüler findet vom 03.-07. Februar 2025 statt, bei dem das Projekt zu Ende geführt werden soll.

Am Morgen des 12. Novembers begann die ca. zweistündige Fahrt nach Charleville-Mézières. Dort angekommen begrüßten uns unsere französischen Gastgeberinnen und Gastgeber herzlich und zeigten uns ihre Schule, das Lycée Monge. Nach einem Mittagessen in der Schulkantine erkundeten wir die Stadt auf den Spuren des berühmten Dichters Arthur Rimbaud (1854 – 1891), der dort geboren wurde. Ein Stadtführer des Rimbaud-Museums zeigte uns verschiedene Rimbaud gewidmete Fresken und andere Sehenswürdigkeiten wie sein Familiengrab. Anschließend begann der erste Teil der Projektarbeit, für die wir in deutsch-französischen Teams Passanten zum Thema Demokratie befragten.

Tag 2 begann mit dem virtuellen Planspiel „Nachhaltigere Lebensmittel in Europa“, für welches wir in vier politische Gruppierungen, mit den Ausrichtungen konservativ, liberal, ökologisch und sozial, aufgeteilt wurden.

Nach der Mittagspause erarbeiteten wir zu dem Aspekt der Migrationspolitik verschiedene Vorschläge für Gesetzesänderungen zu den Themen „FRONTEX“ und Drittstaaten, je nach politischer Gruppierung. Den Nachmittag gestalteten wir mit einem gemeinsamen Lasertag-Spiel, bis die einen zurück in ihre Gastfamilien, die anderen zurück ins Internat aufbrachen.

Am nächsten Tag schrieben wir Redebeiträge zu den am Vortag vorbereiteten Lösungsansätzen, welche wir nachmittags dem Geschichts-Leistungskurs der Stufe vortrugen, der über unsere Vorschläge anschließend abstimmte. Damit war der erste Teil des lehrreichen Projekts geschafft und wir ließen den Tag mit einer Runde Bowling und einem gemeinsamen Abendessen in einem thailändischen Restaurant ausklingen.

Der letzte Tag bot die Möglichkeit, letzte Anregungen und Rückmeldungen zu äußern, bevor wir die Rückreise nach Saarburg antraten.

Wir bedanken uns bei allen beteiligten Lehrkräften, insbesondere bei Frau Wallrich und Frau Cartier, für ihr Engagement, ihre Unterstützung und das schöne Programm und freuen uns schon sehr auf den Rückbesuch unserer neuen französischen Freundinnen und Freunde bei uns in Saarburg. 🙂

(Artikel von Finja Bach & Naomi Müller, 12FR2)

Auszeichnung für hervorragende europäische Projektarbeit

Unsere Schule erhält das eTwinning-Qualitätssiegel für das Projekt „The Place YOU live in“, welches mit Partnerklassen aus Tschechien, Rumänien und den Niederlanden durchgeführt wurde. Das Siegel zeichnet Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler aus, die im Rahmen einer eTwinning-Partnerschaft im Erasmus-Programm hervorragende Projektarbeit geleistet haben. Es würdigt das Engagement, mit Partnerklassen in Europa zusammenzuarbeiten, neue mediendidaktische Wege zu beschreiten, Fremdsprachen in einem authentischen Kontext zu vermitteln sowie Schlüsselkompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu stärken, die für die persönliche Entfaltung, aktive Partizipation an der demokratischen Zivilgesellschaft und die soziale Inklusion erforderlich sind.

In Deutschland wird das Qualitätssiegel einmal jährlich vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz sowie den Kultusministerien und Senatsverwaltungen der Länder verliehen. In diesem Jahr wird die Arbeit in 112 Projekten an 84 Einrichtungen – von der Grundschule bis zur berufsbildenden Schule – aus dem gesamten Bundesgebiet gewürdigt.

Ziel unseres Projekts war die Präsentation der Flora und Fauna sowie der touristischen Attraktionen des jeweiligen Heimatlandes. Die Schülerinnen und Schüler gaben dabei zunächst an, was sie gerne über die jeweils anderen Länder erfahren wollten. Anschließend wurde über Themen abgestimmt, zu denen die Schülerinnen und Schüler vertieft arbeiteten, bevor sie an einem Quiz teilnehmen konnten, das die Partner für sie erstellt hatten.

Die erfolgreiche Durchführung des Projekts und die Auszeichnung verdeutlichen, dass wir uns neben den anderen ausgezeichneten Schulen als eine Schule begreifen, die den europäischen Gedanken in Form von Austauschen und Projekten lebt.

Job-Shadowing in Tschechien

Im November reiste unser Schulleiter Andreas Schreiner in die Tschechische Republik, um auf Einladung der tschechischen Schulleiterin Jana Kubičinová an einem durch Erasmus+ geförderten Job-Shadowing teilzunehmen. Am frühen Montagmorgen begann die anstrengende rund 14-stündige Bahnfahrt nach Litvínov (deutsch: Leutensdorf) in der Tschechischen Republik. Die Schule „Základní škola a Mateřská škola“ (https://www.zskaterina.cz/), die das eigentliche Ziel des Besuchs war, befindet sich in dem noch etwa 20 km weiter entfernten kleinen Ort Hora Svaté Kateřiny (deutsch: St. Katharinaberg), der direkt an der deutsch-tschechischen Grenze gelegen ist.

Zwischen dem deutschen und tschechischen Schulsystem gibt es zum Teil deutliche Unterschiede. Tschechische Grundschulen umfassen – ganz anders als in Deutschland – die Klassenstufen 1 bis 9. In jeder Klasse der oben genannten Schule, mit der das Gymnasium Saarburg im letzten Schuljahr bereits im Rahmen eines eTwinning-Projektes zusammengearbeitet hat, gibt es nur etwa 12 bis 15 Schülerinnen und Schüler, was in Deutschland nur in kleinen Grundschulen möglich ist.

Herr Schreiner durfte verschiedene Unterrichtsstunden in Englisch, Chemie und Informatik besuchen, lernte den Arbeitsalltag einer tschechischen Schulleiterin kennen – bis hin zur Organisation eines Streiks gegen die nationale Bildungspolitik – und informierte sich über die Ausstattung des Schulgebäudes, die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte usw. Viele Gespräche über die Schulsysteme, deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede, machten den professionellen Austausch zu einer sehr interessanten und äußerst lohnenswerten Erfahrung. Jeden Tag gab es zudem im Speisesaal der Schule ein frisch zubereitetes und leckeres Mittagessen.

Die tschechische Kollegin hatte zudem den Besuch und eine Führung an zwei Privatschulen in der Umgebung organisiert, die beide über einen Schwerpunkt in Chemie verfügen:

(1) SOŠ pro ochranu a obnovu životního prostředí – Schola Humanitas (http://www.humanitas.cz/)

Diese naturwissenschaftliche Schule mit Spezialisierung auf Ökologie bietet eine inhaltlich mit einem Gymnasium vergleichbare Ausbildung, jedoch mit besserer materieller Ausstattung und realistischerweise größeren Chancen auf eine Anstellung unmittelbar nach Abschluss. Durch den Abschluss werden die Jugendlichen umfassend auf ein Universitätsstudium in verschiedenen Fach-bereichen vorbereitet. Schola Humanitas bietet modernen interaktiven Unterricht in einer freund-lichen, familiären Umgebung (max. 22 Lernende pro Klasse). Die Vermittlung berufsbezogener Fächer in modern ausgestatteten Laboren wird ergänzt durch Tätigkeiten in der Praxis, bei denen die Schülerinnen und Schüler die Anwendung ihres theoretischen Wissens kennenlernen.

(2) Střední škola Educhem a. s. (https://educhem.cz//)

Die Sekundarschule Educhem bietet Unterricht in drei Abschlussfeldern an – Angewandte Chemie, Mechanik der Elektrotechnik und Informationstechnologie – sowie eine Ausbildung in zwei weite-ren Bereichen: Elektromechaniker und Krankenschwester. Im deutschen Schulsystem würde man von einer Berufsschule sprechen, wenngleich das deutsche System der Berufsausbildung in der Tschechischen Republik so nicht bekannt ist.

Vielleicht ergeben sich in der Zukunft Optionen zur Zusammenarbeit mit diesen Schulen.

Das umfangreiche Besuchsprogramm wurde ergänzt durch zwei touristische Ausflüge zur Burg Hněvín und zum ehemaligen Zisterzienserkloster in Osek. Für mehr reichte die sehr begrenzte Zeit leider nicht, denn die Rückkunft in Deutschland erfolgte bereits am Freitag derselben Woche.

(sr)

Erasmus+: Au revoir!

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und damit endet auch unserer Erasmus+ Projekt „Destins croisés au carrefour de l’Europe“ mit unserer AbiBac-Partnerschule Lycée Monge in Charleville-Mézières, in das wir im Schuljahr 2019/20 gestartet waren. Die Coronapandemie machte uns zunächst einen Strich durch die Rechnung, so dass wir viele geplante Unternehmungen leider nicht durchführen konnten. Dank einer Verlängerung um ein Jahr haben wir aber ein Alternativprogramm auf die Beine gestellt, was das ganze doch noch zu einem guten Abschluss gebracht hat.

Auf der Seite https://twinspace.etwinning.net/77325/home sind einige aktuelle Beiträge, vor allem zu unserer Drittortbegegnung in Straßburg, zu sehen.

Zum Glück müssen wir uns aber weder vom Lycée Monge, noch von Erasmus+ verabschieden. Auch in den nächsten Jahren wird es sicher viele Aktivitäten mit unserer AbiBac-Partnerschule geben und vielleicht werden diese auch wieder über Erasmus+ gefördert, denn bis ins Jahr 2027 haben wir eine sogenannte Akkreditierung, die uns für geeignete Projekte einen leichteren Zugang zu Mitteln der EU erlaubt. Insofern sagen wir „Au revoir!“, aber nicht „Adieu!“.

Rimbaud und die Europäische Union

Der Französisch Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 nutzte die Lockerungen der Coronaregeln, um endlich die Partner unseres Erasmus+ Projekts am Lycée Monge in Charleville-Mézières zu treffen.

Am Mittwoch den 06.10.2021 fuhr der Französisch Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 mit Herrn Zenzen und Frau Asmus nach Charleville-Mézières, wo wir im Rahmen unseres Erasmus+ Projekts mit dem Lycée Monge zu unserer Kick-Off-Veranstaltung erwartet wurden, um unsere weiteren Aktivitäten in diesem Schuljahr zu planen, insbesondere unsere Drittortbegegnung in Strasbourg. Unser Kurs hatte schon im vergangenen Schuljahr über das Internet mit den französischen Austauschpartnern zusammengearbeitet.

Nach der Ankunft in unserem Hotel trafen wir uns zuerst mit den französischen Schülerinnen und Schülern im Zentrum der Stadt auf dem Place Ducale, von wo aus wir in kleinen Gruppen die Stadt erkundeten. Beim gemeinsamen Abendessen hatten wir weiter Gelegenheit, uns besser kennenzulernen.

Am nächsten Tag bereiteten wir gemeinsam die Interviews vor, die wir im Laufe des Tages mit Personen des öffentlichen Lebens über die Rolle der Europäischen Union für ihren jeweiligen Arbeitsbereich führen würden. Darunter waren u.a. ein Abgeordneter der französischen Nationalversammlung, der Schuldirektor des Lycée Monge und die Museumsdirektorin des Musée de l‘Ardenne. Eine Gruppe stellte ihre Fragen in einem Brief an den Bürgermeister von Charleville- Mézière. Die Ergebnisse werden wir bald präsentieren.

Nach dem Mittagessen gingen wir zusammen in die Stadt und erhielten eine Führung, die sich mit dem Dichter Arthur Rimbaud, dem berühmten Sohn der Stadt, beschäftigte. Heute sind an vielen Stellen der Stadt an den Wänden große Fresken, die die Themen und Dichtungen von Arthur Rimbaud illustrieren. Außerdem sahen wir sein Geburtshaus, sein Grab und erfuhren mehr über sein Leben und Werk.

Arbeit am Projekt

Nach der Führung ging es weiter mit den Interviews mit Passanten, die wir nach ihrer Meinung zur EU befragten. Am Abend hatten uns unsere Austauschpartner zum Bowling eingeladen, was viel Spaß machte.

An unserem letzten Tag präsentierten wir all unsere Ergebnisse der vorherigen Tage. Es war sehr spannend, etwas über die Ergebnisse und Erkenntnisse der anderen Gruppen zu erfahren. Noch am selben Tag mussten wir Abschied nehmen, freuen uns aber jetzt schon auf die weitere Zusammenarbeit und unser Wiedersehen in Strasbourg.

Lisa Vogl, Schülerin der MSS 12

Erasmus+: Fragen über Fragen

Wie geht’s weiter? Wer bist du? Was weißt du über die EU?

Leider hat der erneute Lockdown die Arbeit unserer Erasmus+ AG lahmgelegt, sodass aktuell keine weiteren Aktionen mit unserer Partnerschule Lycée Monge möglich sind und wir uns fragen mussten, wie es eigentlich weitergehen soll. Ein internationales Projekt in Zeiten der Pandemie durchzuführen ist durchaus eine Herausforderung!

Doch zum Glück hatten wir die Zeit vorher gut genutzt und konnten uns bei einer ersten Videokonferenz gegenseitig kennenlernen, nachdem wir ja schon über die Personenpuzzles einiges voneinander erfahren hatten. Nun konnten wir uns bei einer Art Speed Dating über Kameras sehen und uns gegenseitig Fragen stellen. Aber nur für zwei Minuten! Dann ging’s schon weiter zum nächsten Breakout Room, wo neue GesprächspartnerInnen warteten, um uns kennenzulernen.

In einer zweiten gemeinsamen Konferenz haben wir nun Fragen zur Europäischen Union erstellt. Noch vor den Sommerferien werden wir das dabei entstandene Quiz in drei Sprachen online stellen, so dass die Schulgemeinschaft ihr Wissen über die EU unter Beweis stellen kann!

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