Erasmus+ Fortbildung in Kroatien: Nachhaltigkeit erleben – Achtsamkeit weitergeben

Im Juli durfte ich an einer Erasmus+-Fortbildung in Split an der Küste Kroatiens teilnehmen. Der Kurs „Building Teacher’s Resilience in a Sustainable World“ bot eine vielseitige Mischung aus interkultureller Bildung, Nachhaltigkeit, Outdoor-Erfahrungen, Achtsamkeit und Meditation. Ziel war es, Lehrkräfte zu stärken, den Blick für ökologische Zusammenhänge zu schärfen und Impulse für einen nachhaltigeren und bewussteren Schulalltag zu geben.

Extreme Hitzeperioden und Waldbrände sind in Kroatien längst keine Seltenheit mehr. Besonders eindrücklich – und mit direkten Auswirkungen auf den Kurs – war jedoch die Schließung des Naherholungsgebiets Marjan-Park: Nur eine Woche zuvor hatte ein Tornado binnen Minuten große Teile des Waldes zerstört. Diese Extremwetterlage verdeutlichte eindrucksvoll die immer häufiger auftretenden, instabilen Wetterbedingungen infolge des Klimawandels – ein bedrückendes, aber zugleich motivierendes Beispiel für die Dringlichkeit nachhaltigen Handelns.

Neben Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen standen auch Resilienz, Achtsamkeit und Meditation im Mittelpunkt des Kurses. Wir übten Atemtechniken, geführte Meditationen und kleine Achtsamkeitsübungen für den Schulalltag – kurze „mentale Pausen“, die Stress reduzieren und die Konzentration fördern können.

In Kroatien gehört dazu auch eine besondere Lebenshaltung: „Pomalo“ – sinngemäß „immer mit der Ruhe“. Es ist mehr als nur ein Wort, es ist eine Einladung, das Leben gelassen, ohne Hektik und mit Freude an kleinen Momenten zu gestalten.

Diese Impulse möchte ich im neuen Schuljahr im Rahmen einer „AG Achtsamkeit“ an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 weitergeben. Gemeinsam wollen wir lernen, wie man mit Herausforderungen gelassener umgeht, bewusster lebt und die eigene Resilienz stärkt – immer mit einem Blick auf das große Ganze: unsere Umwelt, unsere Gemeinschaft und uns selbst.

Wer Interesse an der AG hat oder mehr erfahren möchte, schreibt mir gerne eine E-Mail.

(bl)

Energievisionen

Foto: Julian Terres

Am vergangenen Donnerstag erhielten wir Besuch von Jonas Nichell und Sebastian Saurle, zwei Moderatoren vom Verein Die Multivision e.V. in Hamburg. Sie waren gekommen, um gemeinsam mit unseren siebten und achten Klassen Visionen zu entwickeln, wie unsere zukünftige Welt aussehen soll. Dabei ging es zuvorderst um Energievisionen, denn schließlich soll Deutschland bis 2045 klimaneutral werden. Das Thema betrifft also genau unsere jetzige SchülerInnengeneration.

In der auf’s Mitmachen ausgelegten 90-minütigen Veranstaltung, in deren Verlauf sich jeweils drei bis vier Klassen im Mehrzweckraum zusammenfanden, wurden vielerlei wichtige Impulse gegeben, Fragen gestellt, Diskussionen geführt und … Mehlwürmer verkostet. Diese sind leicht zu halten, ihre Zucht emissionsarm und günstig, aber vor allem auch reich an Proteinen. So stellen sie eine ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Alternative zu klassischen Proteinquellen wie Fleisch und Soja dar.

Wir sehen die Entwicklung von Energievisionen an jenem Tage als einen weiteren kleinen Baustein in unseren Bemühungen, unsere Schülerschaft auf das Leben in Zeiten des Klimawandels vorzubereiten, ihr Hilfestellung im Umgang mit dieser gewaltigen Aufgabe zu geben, ihr die Angst zu nehmen und stattdessen Lösungswege aufzuzeigen, an denen jede und jeder mitwirken kann. Neben den Lerninhalten in verschiedenen natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern und Wettbewerben, aber auch in den Sprachen oder der Bildenden Kunst sind derlei Nachhaltigkeitsthemen aus dem unterrichtlichen Alltag an unserer BNE-zertifizierten Schule nicht mehr wegzudenken.

Wir bedanken uns an dieser Stelle beim Landkreis Trier-Saarburg, den Stadtwerken Trier sowie der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz für die finanzielle Unterstützung sowie Julian Terres vom Trierischen Volksfreund für die freundliche Bereitstellung des Beitragsbildes.

Spannende Diskussionen zum Klimawandel

In einem Barcamp wird in verschiedenen Sessions ähnlich wie in einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit über ein bestimmtes Überthema diskutiert. Diese Sessions besitzen jeweils Unterthemen, zu denen sich die Schülerinnen und Schüler zuvor Wissen angeeignet haben. In dem Leistungskurs BI2 von Herrn Groß wurde das Barcamp zu dem Überthema „Klimawandel“ durchgeführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (im Barcamp auch „TeilgeberInnen“ genannt) versetzten sich in eine bestimmte Rolle hinein (z.B. Politiker, Bauer, Bürger), welche für das ganze Projekt beibehalten wurde. Die Schülerinnen und Schüler haben insgesamt 12 Unterrichtsstunden damit verbracht, sich Basiswissen anzueignen, an den Sessions teilzunehmen und das Projekt abschließend zu reflektieren. Insgesamt gab es acht jeweils 30-minütige Sessions, deren Inhalte schon während des Verlaufs in einem Etherpad online protokolliert wurden, sodass alle Mitglieder des Kurses darauf jederzeit Zugriff hatten.

Die Unterthemen der Sessions wurden von den Schülerinnen und Schülern vorgeschlagen, sodass diese selbst entscheiden konnten, über was genau sie diskutieren wollten. Aus dem Leistungskurs wurden Lara Willmes (12FR) und Christine Bosch (12EN2) zu dem Projekt interviewt. Beide waren positiv davon überrascht und sind an weiteren Programmen dieser Art interessiert. Das Barcamp würde zur Gruppenstärkung beitragen und die Diskutierfähigkeiten verbessern. Die Befragten konnten viel an Wissen hinzugewinnen und haben somit auch gelernt, wie sie als Individuum dem Klimawandel entgegenwirken können.