Zehn Jahre Abibac – Doppelabschluss als klares Bekenntnis zu Europa

Mit einem Festakt in der Aula feierte unsere Schule am gestrigen Donnerstag zehn Jahre Abibac – ein Jahrzehnt gelebter deutsch-französischer Bildungskooperation. Nach der Eröffnung durch unseren Schulleiter Andreas Schreiner hob zunächst Christophe Bouchoucha, Inspecteur der Akademie Strasbourg, die Vorzüge des deutsch-französischen Doppelabschlusses hervor, bevor der KMK-Beauftragte für das Abibac, Peter Epp von der ADD Trier (s. Foto), in seiner Ansprache auf die Ursprünge des Abibacs in Rheinland-Pfalz und am Gymnasium Saarburg zu sprechen kam. Unsere Abibac-Koordinatorin, Anne Cartier, führte durch das Programm, das in knapp zwei Stunden eine kurzweilige Mischung aus Vorträgen, Erfahrungsberichten und stimmungsvollen musikalischen Beiträgen des Chors und von Solistinnen und Solisten bot.

Unter den Gästen fanden sich neben Vertreterinnen und Vertreter der Schulleitung, der Schülervertretung, des Schulelternbeirats, des Fördervereins und der Französischfachschaft zahlreiche weitere Personen, die an der Einrichtung und Umsetzung des Abibacs beteiligt waren oder sind, darunter auch die beiden letzten ehemaligen Schulleiter und der erste Abibac-Koordinator des Gymnasiums sowie der Schulleiter und Kollegiumsvertreter der Abibac-Partnerschule, dem Lycée Monge in Charleville-Mézières, die Vorsitzende der deutsch-französischen Gesellschaft und nicht zuletzt ehemalige Schülerinnen und Schüler des Abibac-Zweigs, die eindrücklich von ihren Erfahrungen nach erfolgreichem Doppelabschluss im Berufs- und Studienleben in Deutschland, Luxemburg und darüber hinaus berichteten.

Einblicke in Projekte und Lernorte zeigten die Breite des Zweigs, den seit dem ersten Jahrgang 2017 mit zwölf Absolventinnen und Absolventen insgesamt 115 Abibacheliers mit dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife und dem französischem Baccalauréat erfolgreich beschritten haben: vom Schüleraustausch mit dem Collège Barral in Castres über das DELF scolaire intégré, dem Besuch des Forums franco-allemand in Straßburg und der Teilnahme am deutsch-französischen Schülerlandtag bis hin zum Besuch der Gedenkstätte Natzweiler-Struthof und den Lernbegegnungen mit der Abibac-Partnerschule aus Charleville-Mézières.

Im Anschluss wurden die Gäste noch zu einem Umtrunk eingeladen – eine herzliche Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erinnerungen an zehn Jahre Abibac zu teilen und neue deutsch-französische Brücken für die nächsten zehn Jahre zu schlagen – wie unser langjähriger Schulleiter Herr Kramer (im Bild links) mit unserem aktuellen Schülersprecher Lukas Leibold und Herrn Schreiner unter Beweis stellten.

Abibac-Lernbegegnung stärkt deutsch-französische Verständigung

Einen Gast aufnehmen wie bei einem klassischen Schüleraustausch und sich zudem in Projektarbeit intensiv mit den deutsch-französischen Beziehungen auseinandersetzen: Das ist Inhalt der Lernbegegnungen im Abibac-Zweig des Gymnasiums Saarburg.

Eine Woche lang empfingen die Schülerinnen und Schüler des Abibac-Leistungskurses Französisch ihre Gäste vom Lycée Monge in Charleville-Mézières und arbeiteten gemeinsam zum Thema „Vom Krieg zum Frieden“.

Im Mittelpunkt stand der Besuch zentraler Gedenkorte in und um Verdun. Die Vorbereitung im Unterricht ermöglichte den Jugendlichen, die Dimensionen von Leid, Tod und Zerstörung einzuordnen. Im zweiten Teil der Projektarbeit wandten sich die Jugendlichen dann der Frage der Friedenssicherung zu.

Die Begegnung zeigte, wie solide Facharbeit und persönliche Begegnung einander stärken und unterstreicht den Anspruch des Gymnasiums Saarburg, junge Menschen zu verantwortungsbewusstem, europäisch ausgerichtetem Handeln zu befähigen.

Um „Frieden“ wird es auch beim Rückbesuch in Charleville-Mézières im März gehen, wo im benachbarten Reims die Spuren Adenauers und De Gaulles aufgenommen werden sollen.

Schüleraustausch mit der Sir William Borlase’s Grammar School – Ein Rückblick auf das Schuljahr 2024/25

Auch im Schuljahr 2024/25 fand wieder der traditionelle Schüleraustausch mit unserer langjährigen Partnerschule in Marlow, der Sir William Borlase’s Grammar School, statt. Begleitet von Frau Maya Szabó und Frau Elke Nonn machten sich im November 2024 13 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen auf den Weg nach England, um Land, Leute und Kultur kennenzulernen – und natürlich ihre Austauschpartnerinnen und -partner persönlich zu treffen.

Der Austausch begann mit einem spannenden Programm in England. Gemeinsam mit ihren Gastgebern unternahmen die Schülerinnen und Schüler einen Ausflug nach London, wo unter anderem der Tower of London und das London Eye auf dem Programm standen. Auch ein Besuch in Windsor durfte nicht fehlen – das berühmte Windsor Castle beeindruckte mit seiner Geschichte und Architektur. In Brighton erkundeten die Jugendlichen den prunkvollen Royal Pavilion, bevor sie bei einem weiteren Ausflug – dieses Mal ohne ihre englischen Austauschpartnerinnen und -partner – das Natural History Museum, den Hyde Park und das berühmte Harrods in London erkundeten.

Im Mai 2025 stand dann der Gegenbesuch der englischen Gäste an. Auch hier erwartete die Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm: Ein Besuch in Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, sowie ein gemeinsamer Ausflug nach Koblenz inklusive einer Fahrt mit der Seilbahn über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein bildeten einige der Highlights.

Die bereits seit über 30 Jahren bestehende Schulpartnerschaft zwischen unserer Schule und der Sir William Borlase’s Grammar School ist ein fester Bestandteil unseres Schulprofils und gelebte europäische Freundschaft.

Wir freuen uns, dass auch im kommenden Schuljahr wieder 13 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen am Austausch teilnehmen werden – der Besuch in England ist für November 2025 geplant.

Möge diese wertvolle Partnerschaft auch in den kommenden Jahren fortbestehen!

Einführung von DELF scolaire intégré

Das DELF (Diplôme d’études de langue française) zertifiziert Sprachkompetenz gemäß dem Europäischen Referenzrahmen in den Stufen A1 (Anfänger) bis C2 (annähernd muttersprachliche Kompetenz). Traditionell erwerben Französisch-Lernende der Region dieses Zertifikat über das Institut français, oft vorbereitet im Rahmen einer AG an ihrer Schule.

Neu ist das DELF scolaire intégré, bei dem alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse den schriftlichen Prüfungsteil als Klassenarbeit absolvieren. Anschließend können sie entscheiden, ob sie auch die mündliche Prüfung ablegen möchten, um das DELF-Zertifikat zu erhalten.

22 Schülerinnen und Schüler der Klasse 10f haben sich für diesen Weg entschieden und kurz vor den Sommerferien erfolgreich das DELF Stufe B1 erworben. Dies erforderte intensive Vorbereitung: Im 6. Lernjahr Französisch trainierte ihr Lehrer Christian Schlarb die Klasse gezielt in den Prüfungsformaten für Hör- und Leseverstehen, Textproduktion und Sprechen.

„Die Hemmschwelle zur mündlichen Prüfung sinkt, wenn der schriftliche Teil bereits geschafft ist“, erklärt die Koordinatorin für das AbiBac und den bilingualen Zweig der Schule Anne Cartier, die sich ebenso wie Ines Justinger zuvor zu zertifizierten DELF-Prüferinnen ausbilden lassen hatte, um die mündlichen Prüfungen direkt an der Schule abzunehmen. Unser Schulleiter Andreas Schreiner freut sich über das motivierende Angebot, das sich positiv auf die Kurswahl in der MSS auswirkt, und erklärt, dass im kommenden Schuljahr wieder zwei Leistungskurse Französisch eingerichtet werden.

Das DELF scolaire intégré wird voraussichtlich ein fester Bestandteil unseres Bildungsangebots. Im kommenden Schuljahr werden sechs weitere Lehrkräfte zu zertifizierten DELF-Prüfern fortgebildet.

Jugendliche Brückenbauer: Schülerinnen und Schüler im europäischen Dialog

Ein neues Saarburger Europazeichen, eindrucksvolle Ausflüge in die Hauptstädte der EU und plakative Erinnerungen – das Schuljahr 2024/25 ist geprägt durch das fünfjährige Jubiläum der Freundschaft mit dem Collège Guy Dolmaire Mirecourt (Frankreich). Diese unter anderem von Brieffreundschaften getragene Kooperation wurde in den vergangenen Monaten durch wechselseitige Besuche vertieft.

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der siebten Jahrgangsstufe mit Französisch als zweiter Fremdsprache reiste nach Mirecourt und erlebte dort das französische Schulleben. In deutsch-französischen Tandems erkundeten sie den Ort bei einer Stadtrallye. Bei sportlichen Aktivitäten und einem Workshop im örtlichen Zirkusatelier lernten sich französische und deutsche Jugendliche besser kennen – bleibende Freundschaften sind so entstanden.

Der Besuch in Straßburg, einer der drei Europahauptstädte, bildete den Höhepunkt der Reise. Eine Ausstellung mit dem Titel „Die europäische Idee – vom Traum zur Einheit“ verdeutlichte dort die historische Bedeutung der friedlichen Zusammenarbeit einst verfeindeter Staaten. Darüber hinaus erzeugte eine Tour durch das europäische Viertel inklusive des Europäischen Parlaments einen nachhaltigen Eindruck bei den Teilnehmenden.

Im Mai fand der Gegenbesuch in Saarburg statt. Auch hier stand eine Stadtrallye auf dem Programm, ergänzt durch die Präsentation eines Schülerfilms. Ein Riesentischtennis-Match erzeugte ein Wir-Gefühl und bildete die Grundlage für interdisziplinäre Projekte, wie das neue Präsentationsplakat zur Europäischen Union, das nun in der Schule ausgestellt ist.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Stadt Luxemburg, ebenfalls eine Europahauptstadt. Bei einem Robert-Schuman-Rundgang, einem der Gründerväter eines geeinten Europas, befragten die Jugendlichen aus Saarburg und Mirecourt Passanten über ihre Herkunft, Sprache und ihre Einstellung zu Europa. Bereits zuvor fand eine Visite im luxemburgischen Schengen statt – dem Ort des Schengener Abkommens, dessen 40-jähriges Bestehen in diesem Monat gefeiert wird.

Viel Freude bereitete insbesondere das Spiel „Next Stop: Schengen“, welches mit einem für die Partnerschaft Saarburg/Mirecourt eigens gravierten Vorhängeschloss gekürt wurde. Damit platzierte unsere Schule ein eigenes Symbol der Freundschaft und Verbundenheit im Herzen Europas.