Rollenspiel am Amtsgericht Saarburg
Am Mittwoch, dem 28. Januar 2026, waren wir, die 9c, im Amtsgericht Saarburg, um dort an einem gerichtlichen Rollenspiel teilzunehmen. Das bedeutet, dass die Verhandlung über eine Straftat von uns Schülerinnen und Schülern selbst gespielt wurde. Dazu wurden die Rollen von Richtern, Verteidigern, Zeugen, dem Angeklagten, Schöffen und der Staatsanwaltschaft schon im Vorfeld besetzt. Alle Mitspielenden erhielten Informationen zu ihrer Rolle, die auch mit in den Saal genommen werden durften, also musste nichts auswendig gelernt werden. Zudem bekamen manche Spieler, abhängig von ihrer Rolle, weitere Informationen zu den Hintergründen des Falls, aber immer unabhängig voneinander, damit es für alle spannend blieb und niemand alles im Voraus wusste.
In dem Rollenspiel ging es darum, dass zwei Bekannte, die nicht gut miteinander auskommen, sich auf einer Party gestritten hatten. Eine Weile nach dem Streit schlug der Angeklagte dem Geschädigten schließlich mit der Faust ins Gesicht, sodass dieser eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung über dem Auge erlitt. Sein Argument dafür war, dass es sich um Notwehr gehandelt habe, da er das Opfer mit einer Flasche gesehen und angenommen habe, dieses wolle ihn zuerst angreifen. Am Ende stellte sich heraus, dass die Flasche eigentlich nur entsorgt werden und niemand angegriffen werden sollte. Das mussten Richter und Schöffen sowie Staatsanwaltschaft und Verteidigung jedoch durch kluges Befragen der Zeugen und Abwägen der von diesen geäußerten Beobachtungen erst herausfinden.
Gegen Ende bildeten alle, auch die Zuschauer ohne Rolle, kleine Gruppen, die jeweils ein Plädoyer schreiben und halten mussten. Nach dieser Beratung mussten die Richter und Schöffen das Urteil fällen und laut verkünden. In diesem Fall belief sich die Strafe auf 40 Tagessätze von jeweils 10€, da die Angriffsabsicht des Opfers als nicht plausibel eingestuft wurde.
Im Anschluss durften Fragen an die Angestellten des Amtsgerichts gerichtet werden. Anschließend kamen weitere Mitarbeiter in den Raum und stellten sich und ihre Tätigkeit im Hause vor. So erhielten wir Informationen über den Beruf des Rechtspflegers und auch die Direktorin des Amtsgerichts kam kurz vorbei, um uns zu begrüßen.
Mit dem Rollenspiel haben wir einen guten Einblick in den Ablauf einer Strafverhandlung erhalten und verstehen jetzt die Aufgaben die einzelnen Beteiligten besser.
(Klasse 9c)