Zu Besuch bei der Handwerkskammer, Klasse 9a, 2022
Im Gegensatz zum BIZ-Besuch im ersten Halbjahr dieses neunten Schuljahrs fand dieser Exkurs zum Eintauchen in die Berufswelt tatsächlich in der Handwerkskammer (HWK) vor Ort in Trier statt – direkt in der ersten Woche des zweiten Halbjahrs.
Wir waren sozusagen Gäste in der Handwerkskammer, die meine Erwartungen übertroffen hat: Ein modernes Gebäude (mit Kantine im Übrigen), das den ein- und ausgehenden Beschäftigten den Eindruck vermittelt, in einem großen neuen Firmenbau gelandet zu sein.
Vielleicht können sich einige auch nicht genau etwas unter der HWK vorstellen – was man dort macht, wofür sie da ist: Die Handwerkskammer dient zur Förderung von beruflichen Qualifizierungen, d.h. dort werden Fortbildungslehrgänge, Kurse und Fachvorträge unter anderem für Auszubildende gehalten, die einen handwerklichen Beruf erlernen. Wahrscheinlich denken viele bei einem „handwerklichen Beruf“ erst einmal an die Schreinerin oder den Maurer, aber es gibt noch viel mehr andere Berufe, die dazugehören, wie Bäckerinnen und Bäcker, Fotografinnen und Fotografen, Friseurinnen und Friseure sowie Maskenbildnerinnen und Maskenbildner.
Der Tag in der Handwerkskammer, der nicht nur unsere Selbstbilder, sondern auch die Klassengemeinschaft stärken konnte, wurde vor allem von Frau Borchert und Frau Kollmann geleitet und auch von mehreren Pausen begleitet. Unsere Klasse wurde in zwei Gruppen aufgeteilt, um den gesamten Ablauf besser organisieren und gestalten zu können.
Direkt zu Beginn wurden wir über den Verlauf einer Ausbildung und über duale Studiengänge informiert und erhielten Formulare, die wir eigenständig im Laufe des Tages ausfüllen durften, um uns nochmals klarer zu machen, welche Berufe uns interessieren, wer wir sind und was wir können. Selbstreflektion.
Im Verlauf des Vormittags nahmen wir an zwei detaillierten Workshops teil – einem im Fachgebiet Zahntechnik und dem anderen in Elektronik, in welchen man den Eindruck hatte, sich bereits in Praktika zu befinden.
Daraufhin wurden wir durch das weitläufige Berufsbildungs- und Technologiezentrum geführt – komplett unterschiedliche Räume, angepasst an den Beruf, zu welchem dort Fortbildungen etc. stattfinden. Beispielsweise befinden sich in einem Fachraum für Malerei einzelne Wandblöcke, die Azubis nach Aufgabenstellung des Lehrers kreativ gestalten müssen. Wir konnten in den Augen vieler verschiedener Menschen die Begeisterung an ihrem eigenen, individuellen Beruf, den sie alle auf unterschiedliche Art und Weise gefunden haben, wie warme Flammen aufblitzen sehen. Sie alle verfolgen enthusiastisch die Aufgabe, anderen Menschen etwas über ihren Beruf beizubringen; man merkte ihnen an, was ihnen das bedeutet.
Abschließend sprachen wir mit Frau Borchert über den hinter uns liegenden Tag, wobei klar wurde:
Du musst nicht immer auf Anhieb wissen, was dein Traumberuf ist. Vielleicht hast du schon eine Vorstellung von dem, was du dir von deiner Zukunft wünschst – das ist gut! Recherchiere dazu, mach dir Notizen – denn innerhalb von wenigen Jahren können deine Ziele bereits komplett anders aussehen. Und das ist überhaupt nicht schlimm. Denn so geht es jedem. Du lebst dieses Leben nur einmal und Entscheidungen zu treffen, wird selten einfach sein. Aber vertraue deinem Gefühl. Lass dich nicht beeinflussen von anderen Menschen. Folge deinem Traum. Kämpfe für deine Zukunft. Komme nicht von deinem Weg ab. Niemand kann dir vorschreiben, wann du leben sollst. Wie du leben sollst. Wo. Mit wem. Niemand hat das Recht dazu. Es ist deine Entscheidung. Finde deinen Weg. Deinen eigenen.
Du bist das Wichtigste in deinem Leben, also lebe das Leben, was zu dir gehört, was dich findet, was du findest. Das Leben, mit dem du glücklich bist.
I think, happiness is what makes you pretty. Period. Happy people are beautiful. They become like a mirror and reflect this happiness.
Drew Barrymore
Eva Witt, 9a